Familien mit Zwillingen gesucht

Über die Entwicklung von zweieiigen Zwillingen, von denen eines der Kinder das Down-Syndrom hat und das andere nicht, ist bislang noch wenig bekannt. In einer weltweit einzigartigen Studie erforschen der Humangenetiker Professor Wolfram Henn und die Professorin für Entwicklungspsychologie, Gisa Aschersleben die sozialen und medizinischen Besonderheiten betroffener Familien. Um Daten vergleichen zu können, suchen die Wissenschaftler nun Kontrollfamilien mit zweieiigen Zwillingen. Interessierte Familien, die gerne an der Studie teilnehmen möchten, können sich bei den Mitarbeitern der Studie melden.

Wie verlaufen Zwillingsschwangerschaften, wenn eines der Kinder ein überzähliges Chromosom 21 hat und das andere nicht? Wie entwickeln sich die Kinder nach der Geburt? Mit diesen Fragen beschäftigen sich der Leiter der genetischen Beratungsstelle am Uniklinikum in Homburg, Professor Wolfram Henn, und die Saarbrücker Professorin für Entwicklungspsychologie, Gisa Aschersleben. In ihrer Studie, wollen sie auch herausfinden, wie sich die Zwillinge gegenseitig beeinflussen und wie sie optimal gefördert werden können. Außerdem gehen die Forscher der Frage nach, wie die Zwillinge in der Gesellschaft aufgenommen werden und mit welchen Problemen sie zu rechnen haben.

Für die laufende Studie haben sich bereits 70 Familien mit Zwillingen gemeldet, von denen ein Kind das Down-Syndrom hat und das andere nicht. Nun suchen die Wissenschaftler Vergleichsgruppen: als Kontrollfamilien teilnehmen können Familien mit zweieiigen Zwillingen, die kein Down-Syndrom-Kind haben. Die Kontroll-Kinder sollten zwischen 2 und 11 Jahren alt sein. Die Forscher konzentrieren sich bei der Studie auf lebenspraktische Fragen und führen keine Laborforschung oder medizinischen Versuche durch. Zunächst erhalten die Familien Fragebögen, in denen ihnen unter anderem Fragen zur Schwangerschaft und zur Erziehung ihrer Kinder gestellt werden. In einer zweiten Phase, die aber nur erfolgt, wenn die Zwillingsfamilien das auch wünschen, wird Projektmitarbeiterin Katarzyna Chwiedacz einen Teil der Familien zu Hause besuchen. Einen halben Tag lang befragt sie die Familienmitglieder, macht Videoaufnahmen und führt Entwicklungstests mit den Kindern durch.

Die Zwillingsstudie wird mit ca. 160.000 Euro von der Volkswagen-Stiftung gefördert. Mithilfe der Ergebnisse wollen die Wissenschaftler Beratungskonzepte für Familien mit Zwillingen entwickeln, von denen eines der Kinder an Down-Syndrom leidet, das andere nicht. Auch eine Vernetzung der Familien sowie ein gemeinsames Treffen ist von vielen Studienteilnehmern erwünscht und daher eingeplant.

Kontakt:
Christiane Mink, Psychologisch-Technische Angestellte der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie
Tel. 0681/ 302-3877
E-Mail: ch.mink@mx.uni-saarland.de

Zurück