Doppeltes Elterngeld für Zwillingseltern

Das Bundessozialgericht fällte am 27.06.2013 ein Grundsatzurteil zugunsten von Zwillingseltern, dass deren materielle Ressourcen im ersten Lebensjahr der Zwillinge deutlich verbessern kann. Nach dem Urteil können in Zukunft beide Zwillingselternteile die Kinder zusammen bei jeweiliger Zahlung des Elterngeldes in Höhe von jeweils ca. 2/3 des vorherigen Nettolohnes betreuen.

Zusätzlich erhält jeder Elternteil in diesem Zeitraum 300 Euro Mehrlingszuschlag monatlich. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich die Monate des Mutterschutzes, die beim Vater von den 14 Monaten abgezogen werden.

Bei Nettogehältern bis 2800 Euro erhält also jeder Elternteil einen monatlichen Betrag von mind. 75 % seines vorherigen Nettogehaltes, wenn er sich, zusammen mit seinem Partner, ganz der Betreuung seiner Zwillinge widmet.

Bei der auch möglichen Elternteilzeit addieren sich Nettolohn + Gehaltsausgleich des Elterngeldes + Mehrlingszuschlag zusammen zu einer Summe im Bereich des vorherigen Nettolohnes oder darüber.

Die Variante, dass beide Eltern mit den Zwillingen zu hause bleiben, bzw. ein Elternteil voll zu hause bleibt und das andere Elternteil in Elternteilzeit geht, ist natürlich besonders für Zwillingseltern interessant, bei denen ein Kind behindert ist. Die deutlich bessere Ausstattung des Elterngeldes bedeutet für diese Elternpaare verbesserte Handlungsalternativen durch eine gute materielle Absicherung in den ersten 14 Monaten.

Auch für Eltern, die in den letzten vier Jahren Zwillinge bekommen haben, gibt es nach § 44 des Sozialgesetzbuches die Möglichkeit, diese Leistungen nachträglich zu beantragen. Dies sollte allerdings zeitnah erfolgen, da eine vierjährige Verjährungsfrist einzuhalten ist.

Handlungsanweisungen für die Elterngeldstellen für diese rückwirkenden Zahlungen werden, nach Aussage von Mitarbeitern des Familienministeriums, zur Zeit erarbeitet.

 

Danke an Hern Cord Groß für diesen Beitrag!

Update vom Oktober 2014:

  • Titel und Datum geändert
  • Ergänzung: Es lohnt sich also, unter den Eltern der Downsyndromzwillinge weiterhin dafür zu werben, die Ansprüche geltend zu machen. Es können noch Ansprüche für alle Geburtsjahrgänge ab 2010 geltend gemacht werden (und 2009 teilweise).
    Bei Rückfragen stellen wir gerne Kontakt mit Herrn Groß für Sie her!

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